Rosmarin-Butterhühnchen mit Frühkrautsalat

Saftige Hühnchenschenkel zum Abknabbern mariniert mit viel Butter, Rosmarin und Knoblauch, dazu zarter Frühkrautsalat aus dem Garten: Das hört sich doch schon verdammt lecker an oder? Du siehst, Huhn muss nicht langweilig sein, auch wenn es mal schnell gehen muss und du nicht viele Zutaten im Haus hast!

Am vergangenen Wochenende gab es am Bauernmarkt nach langem Warten endlich wieder ein Wildhuhn für uns zu kaufen. Seitdem wir Fleisch nur noch von ausgewählten Bauern beziehen, ist dieses Ereignis ein wahres Fest. Die Mahlzeit wird zelebriert, meist mit nur wenigen und einfachen Beilagen und absolut jedes Teil des Vogels wird verwertet – wie in alten Zeiten.

Damals tat man es aus der Not heraus, heutzutage in unserer Überflussgesellschaft und in Zeiten der Massentierhaltung zollt man damit den Lebewesen und der Umwelt Respekt.

Der gelegentliche Verzehr von artgerecht gehaltenen Hühnern ist für unsere Gesundheit sehr zuträglich - im Gegensatz zu konventionellen "Produkten"!

In unserer Zeit als Fitnesstrainer und -junkies vor knapp 10 Jahren gab es beinahe täglich pro Person 1-2 Hühnchenbrüste zu essen, oft noch zusätzlich Hühnchenschinken zum Frühstück. Bei dieser Masse an Fleisch ist eine hochwertige Qualität für die allermeisten – wie auch für uns damals – einfach nicht drin (vom allgemeinen zu Viel an Fleisch ganz abgesehen). Aber auch ohne Fitnesswahn wird bei der Qualität von Fleisch viel zu oft eingespart. Da landen regelmäßig die Aktionshühnchen im Einkaufswagen und auch “Bio Huhn” vom Supermarkt gehört leider trotz höherem Preis in dieselbe Qualitätsklasse.

Erst als wir begonnen haben, uns höchst kritisch mit der Qualität von Fleisch und den Auswirkungen dieser auf die Gesundheit auseinander zu setzen, verzichten wir lieber auf die tägliche Geflügelmahlzeit und warten die nächste Hofschlachtung beim Bauern des Vertrauens ab.

Weg von der Massentierhaltung

Massentierhaltung darf nicht schön geredet oder vertuscht werden. Es darf auch vom Konsumenten nicht einfach weggesehen werden. Es ist ein Thema, das immer und immer wieder angesprochen werden muss, auch wenn es den Konsumenten noch so sehr nervt. Es ist ein Thema, das uns alle betrifft und für das jeder Einzelne Verantwortung übernehmen muss, egal was es kostet.

Qualität statt Quantität

Konventionell “produziertes” Hühnchenfleisch ist für die Gesundheit und die Umwelt höchst bedenklich. Angefangen bei utopischem Antibiotikaeinsatz, einem absolut inakzeptablen und unmenschlichen Umgang mit den Lebewesen, über minderwertiges Mastfutter, das die Fleischqualität auf ein Minimum reduziert, bis hin zur Bleichung der Tiere mit Chlor – um nur die gängigsten Problematiken zu nennen. Mastfleisch verursacht unter anderem nachweislich Entzündungen und Antibiotikaresistenzen im Körper. Wer sich damit einmal ernsthaft auseinandersetzt, verliert – hoffentlich – schnell den Appetit auf billige Mastfleischprodukte.

Der gelegentliche Verzehr von artgerecht gehaltenen Hühnern ist allerdings für unsere Gesundheit sehr zuträglich. Es ist eine gute Quelle von tierischem Protein, B-Vitaminen und anderen wichtigen Vitaminen und Mineralien.

Wie du das ganze Huhn verwerten kannst

Aus den restlichen Knochen lässt sich wunderbar eine selbstgemachte Hühnerbrühe herstellen! Dazu die abgeknabberten Hühnerschenkel und was noch so vom Huhn übrig geblieben ist zusammen mit Suppengemüse, Kräutern aus dem Garten, Lorbeerblätter und Wacholderbeeren in einem hohen Topf anrösten, mit Wasser aufgießen und 8-12 Stunden auf niedriger Stufe köcheln lassen (wir benutzen gerne einen “Slow Cooker” oder “Crock Pot”, damit wird das Brühe kochen um einiges stromsparender). Danach die Brühe abseihen, salzen und für Saucen und Suppen verwenden oder pur trinken.
Wir füllen die Brühe gern in Eiswürfelbehälter und friere sie ein. So haben wir immer kleine frische Brühwürfel zum Würzen von Saucen und Gemüsegerichten parat!

Rosmarin-Butterhühnchen mit Frühkrautsalat

Kochzeit: 35 Minuten          Portionen: 2 Personen

Zutaten: 

für die Hühnchenschenkel:

  • 2 Hühnchenschenkel
  • 30 g Butter
  • 2 Rosmarinzweige
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 TL Salz
  • 0.5 TL frisch gemahlener Pfeffer

für den Frühkrautsalat:

  • 1 Kopf Frühkraut
  • 3 EL natives Olivenöl
  • 3 EL Most- oder Apfelessig
  • 1 EL Waldhonig
  • 1 TL Dijon Senf
  • 1 TL Salz
  • 0.5 TL frisch gemahlener Pfeffer

Anleitung: 

  1. Den Backofen auf 180° C Heißluft vorheizen.
  2. Die Butter schmelzen. Währenddessen den Rosmarin fein hacken.
  3. Den Knoblauch durch eine Knoblauchpresse in die Butter rühren. Den Rosmarin, Salz und Pfeffer ebenfalls hinzugeben.
  4. Die Hühnchenschenkel in eine ofenfeste Form geben, mit der Rosmarin-Knoblauch-Butter bestreichen und für ca. 30 Minuten im Backofen braten. In den letzten 5 Minuten kann auch noch die Grillfunktion aktiviert werden – aber Vorsicht, dass die Marinade nicht verkokelt!
  5. Währenddessen das Frühkraut fein hobeln.
  6. Die restlichen Zutaten für das Dressing zu einer cremigen Vinaigrette mixen. Das Dressing gut mit dem Kraut vermischen und ziehen lassen, bis die Hühnerschenkel fertig sind.